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06-11-2020

Die neue Produktionsstätte in Carmo

In News
Tempo di lettura: 5.4 min

Fassi wächst – nicht nur mit seinem Händlernetz und als Konzern weltweit, sondern auch und vor allem dort, wo der Geburtsort des Unternehmens liegt. In der Region Bergamo, wo sich heute fünf seiner sechs in Italien vertretenen Industrieunternehmen befinden.

In Kürze, wird die neue Produktionsstätte Carmo in der Gemeinde Nembro vollständig betriebsbereit sein. Carmo ist ein Unternehmen der Fassi-Gruppe, das 1975 gegründet wurde und sich auf die Produktion von mittelschweren Kranen spezialisiert hat sowie auf mechanische Verarbeitung und Metallbau. Die Produktionsfläche wurde 1996 verdoppelt, als 6.000 Quadratmeter hinzukamen. Heute hat Carmo eine neue Produktionsstätte mit einer Fläche von 17.000 Quadratmetern bekommen und verfügt dort über einen Maschinenpark, der zum Großteil mit innovativer Automationstechnologie ausgestattet ist und perfekt mit den Produktionssystemen der Industrie 4.0 zusammenarbeitet. Die Investition von 20 Millionen Euro steckt zur Hälfte in den neuen Maschinen. Arbeitszentren, Laserschneideanlagen und Schweißroboter komplettieren nun das neue Werk der Gruppe. Das bedeutet, dass Fassi mehr denn je auf die Weiterentwicklung der Produktionsprozesse setzt, was durch die enge Zusammenarbeit der Produktionsstätten und die Flexibilisierung der Produktion gelingt.

Das ist notwendig, wenn man bedenkt, dass bei Fassi 90 Prozent der 45 Kranfamilien intern produziert werden. Die Krane sind weltweit in 50.000 verschiedenen Versionen zu haben und jeder besteht aus zahlreichen speziellen Teilen und Komponenten, die sich alle voneinander unterscheiden.

Es ist auch notwendig, um die Welt der Fassi-Produkte noch wettbewerbsfähiger zu machen und immer mehr Auswahlmöglichkeiten zu garantieren, da die Kranfamilien eine derartige Vielzahl von unterschiedlichen Versionen umfassen.

Eugenio Sarzilla, Geschäftsführer von Carmo

Wie und wann hat sich gezeigt, dass es notwendig wird, die Anlage Carmo im Zeichen der Digitalisierung neu zu gestalten und die Produktionsstätte so umfassend zu erweitern?

Carmo kann mit Fug und Recht als Herzstück von Fassi bezeichnet werden, da hier die Rohstoffe ankommen und die Stahlbleche verteilt und verarbeitet werden. Nach der Verarbeitung durch Carmo stehen die vorgefertigten Teile bereit zur Lackierung. In dieser Phase ist Carmo für die mittelschweren Krane zuständig und Omefa für die größeren Krane.

Im alten Werk war es so, dass die Produktionsbedingungen große Lager und Materialvorräte notwendig machten, wodurch das Manövrieren der Teile sehr schwer zu managen war. Vor allem auch deshalb, weil am Markt der Trend zu immer größeren Schneidemaschinen geht. Außerdem mussten einige unserer Anlagen erneuert werden.

Heute ist Carmo ein Werk auf 17.000 Quadratmetern. Worin besteht der Mehrwert einer solchen Dimension?

Derzeit gibt es bei Carmo zwei Bereiche: einer davon widmet sich dem Metallbau, wo die Fertigung der Teile stattfindet; der andere ist zuständig für Lackierung, Montage und Abnahme der mittelschweren Krane.

Die Erweiterung auf 17.000 Quadratmeter ging einher mit der technologischen Erneuerung bei Metallbau und Metallverarbeitung. Ziel war es, Produktions- und Qualitätsstandards auf höchstem Niveau zu erzielen und außerdem mithilfe der hochmodernen Anlagen zu einer Flexibilisierung der Produktion zu gelangen.

Nur mit dieser Flexibilität lassen sich nämlich die vielfältigen Bedürfnisse des Marktes befriedigen und die Produktionsprogramme dementsprechend anpassen.

Wie ist das “neue Carmo-Werk” strukturiert?

Die Erneuerungsmaßnahmen betreffen die kompletten Produktionsabläufe: vom Transport der Stahlbleche, über das Schneiden, die Schweißung, die Logistik und mechanische Verarbeitung bis hin zu den Arbeitszentren. Die Schweißabteilung war bereits erneuert worden.

Heute bilden der Transport der Bleche und das Schneiden ein integriertes System. Wenn der Bediener das Blech im oberen Teil der Anlage positioniert hat, wird dieses von einer Vorrichtung aufgenommen und in der Sandstrahlung positioniert. Anschließend läuft das Blech direkt von der Schneideanlage durch ein Saugnapfsystem und sowohl beim Be- als auch beim Entladen befinden sich zwei Laser. Sobald das Blech geschnitten ist, wird es aufgenommen und in Lagerzonen untergebracht, von wo es nach Bedarf entnommen werden kann.

Nach dem Schneidevorgang gelangen die Teile in die erste Zone der Schweißung, worauf dann die weiteren Arbeitsprogramme folgen. Die Stationen des Schweißvorgangs sind heute dermaßen ausgereift, dass die Bediener an ihrem Arbeitsplatz direkt über alle Merkmale des in Verarbeitung befindlichen Teils informiert werden. Die gesamte Logistik wird von autonomen Gabelstablern und Pendeleinrichtungen erledigt, die die verschiedenen Arbeitsplätze beliefern und sich um den Transport zwischen den Arbeitszonen kümmern.

Dieses Automationssystem ermöglicht eine komplette Umgestaltung unserer Logistik, als könnten wir noch einmal bei Kilometer “Null” anfangen. Wir schaffen es damit nämlich, viele unserer Arbeitsgänge intern zu übernehmen.

Eine wichtige Neuerung war die Anschaffung neuer Arbeitsgeräte für die Metallverarbeitung. Es gibt zwei Arbeitszentren, die von selbstfahrenden Gabelstablern versorgt werden. Diese Zentren sind sehr groß und erstrecken sich jeweils über 60 Quadratmeter.

Sprechen wir von Arbeitskraft. Wie viele Menschen sind bei Carmo beschäftigt?

Wir haben 40 Maschinenbediener, die in drei Schichten arbeiten. Glücklicherweise haben wir viel Platz und können damit ein Arbeiten unter Sicherheitsbedingungen gewährleisten. Die Abstände zwischen den Arbeitskräften sind garantiert und das gilt auch durchgängig für die Sauberkeit und Hygiene in den Arbeitsbereichen.

Mehr Fläche, Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung. Welche konkreten Vorteile bringen die neuen Maßnahmen mit sich?

Mit Sicherheit einen Zuwachs an Produktivität was die Schneidvorgänge angeht, Vorteile und Optimierung beim Schweißvorgang und eine erhebliche Verbesserung und größere Kapazitäten beim Metallbau. Abgesehen davon natürlich die Flexibilisierung, von der ich vorhin sprach. Es gibt so viele Fassi-Krane und jeder Kran ist in verschiedenen Modellen zu haben mit jeweils unterschiedlichen Codenummern. Mit Codes sind hier die Teiletypen gemeint. Dank eines automatisierten Systems können auf Anfrage schnell die neuen Codes verwaltet und neue Teile produziert werden.

Bei dieser Menge an Innovationen und Technologien spielt doch auch die Weiterbildung eine wichtige Rolle…

Selbstverständlich. Bei uns erhält das Personal ständig Weiterbildungsmaßnahmen, die genau auf die Maschinen zugeschnitten sind, an denen gearbeitet wird. Deshalb sind die Bediener dazu angehalten, sich mit den Maschinen bis ins kleinste Detail vertraut zu machen und Vertiefungskurse und Seminare auch direkt bei den Maschinenherstellern zu besuchen. Weiterbildung ist bei uns kontinuierlich und immer ganz spezifisch.

Wann wird das neue Carmo-Werk vollständig betriebsbereit sein?

Wir haben mit dem Umzug in das neue Werk am 27. Dezember 2018 begonnen. Die Verlegung war Ende 2019 abgeschlossen, ohne dass auch nur einmal die Produktion oder die Verarbeitung zum Stillstand gekommen wäre. Wir sind heute zu 90 Prozent betriebsbereit. Und in Kürze rechnen wir einer Produktionsleistung von 100%.

 

Di Redazione Fassi